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Ein cooler Start bei heißen Temperaturen

Fast 12 Jahre nachdem im finnischen Vuokatti der erste Skilanglauftunnel eröffnet wurde, ist es nun in Deutschland auch soweit. Am 24. August 2009 wurde die Oberhofer Skihalle offiziell eröffnet.
Es handelt sich dabei nicht um einen Tunnel, wie bei den Anlagen in Skandinavien sondern um eine Halle mit einem schlaufenartigen Ausbau gegen Westen und zwei weiteren Abschnitten gegen Osten. Die Gesamtstreckenlänge misst ca. 2 km, die Mindestbreite der Loipe beträgt 8m. Die Strecke ist nicht flach, sondern weist eine Gesamthöhendifferenz von 25m mit einer max. Steigung von 12% auf.
Es herrschen, unabhängig von den Außentemperaturen ständig -4°C bei einer Luftfeuchtigkeit von 70%-90%. Belegt ist die Strecke mit Kunstschnee, der über 4 Schneeerzeuger an der Decke in der Zentralhalle erzeugt wird. Ein Pistenbully verteilt das künstliche Weiss dann auf die Streckenabschnitte. Am rechten Rand ist jeweils eine Klassikspur gezogen, alles andere ist gewalzt für die Skater. Als Steigwachs für die Klassiker bietet sich abgedeckter Klister an, als Gleitwachs etwas kälteres Wachs als -4°C, da der Schnee sehr aggressiv ist.
Für die Hallenbenutzung wurde ein Zeitplan aufgestellt, die Leistungssportler sind meistens vom 7:30-11:00 und von 14.00 - 17:00 Uhr aktiv, die restliche Zeit bis 20:00 Uhr ist dem Breitensport/Tourismus vorbehalten. Man kann zwischen Stundenkontingenten und Tageskarten wählen(z.B. 1h=14,-EUR, 1 Tag = 35,-EUR).
Bei Baukosten von 14Mio EUR und einem jährlichen Unterhalt von ca. 700000 EUR stellt sich manch Außenstehender die Sinnfrage. Aber müsste man dann nicht alle beheizten Bäder und alle Eiskunstlaufhallen auch auf den Prüfstand stellen?.
Für die Leistungssportler bedeutet dies, deutlich weniger KM per Auto auf die Gletscher, weniger Flugkilometer nach Skandinavien. Der Nachwuchs, insbesondere in Thüringen hat ideale Trainingsvoraussetzungen vor der Haustür, auch hier entfallen weite Fahrten und teure Aufenthalte auf den Gletschern in Österreich.
Natürlich waren wir, d.h. Dagmar Ableitner und Michael Hörth, die alteingesessenen Skilanglauffreaks des ASC termingerecht bei der Eröffnung dabei. Wir wollten schon lange mal in den Thüringer Wald, urlaubsmäßig hatte der Termin genau gepasst und so wurde schnell das Sommerwachs von den Langlauflatten (bei 30°C Außentemperatur und kühlen 15°C im Keller) abgezogen, die Ski im Skisack verstaut und unser Wohnmobil gepackt. Wir konnten in der Eröffnungswoche 2 x 1h in der Halle laufen und die ersten 40 Schneekilometer des neuen Skiwinters verbuchen. Leute, es war einfach“ geil“, wie die heutige Jugend sagen würde. Die Loipe war perfekt gewalzt, keine Unebenheiten, die die am Saisonanfang noch nicht so sichere Technik, beeinflusst hätte und so konnte man nach Herzenslust am Anstieg so richtig Gas geben und die Abfahrt voll genießen. 1 h am Stück zu Laufen reicht vollkommen, um augepowert zu sein und sonst wird es, trotz der abwechslungsreichen 2km Strecke, etwas eintönig. Man kann auch eine Pause machen und sich wieder per Chip abmelden, denn es zählt nur die reine Zeit auf den Skiern. Umkleiden und Duschen werden nicht vom Zeitkontingent abgezogen.
Für alle aktiven Freizeit- und Volkslangläufer ist dies sicher ein guter Einstieg in die neue Saison, um die Technik und den Bewegungsablauf zu verbessern und zu verfeinern. Kein störender Wind, kein schlechtes Wetter – Gletschertraining ist auch nicht mehr nötig - können als Ausrede für eine schlechte Leistung herhalten. Wer in die Gegend von Oberhof kommt, sollte künftig immer die Langlaufski im Reisegepäck dabei haben, wenn nicht, man kann auch alles im angrenzenden Sport-Shop ausleihen und hinterher im Bistro mit Blick in die Halle ein thüringisches Bier genießen.
Ansonsten ist der Thüringer Wald für Sportbegeisterte nur zu empfehlen. Laufen auf dem Rennsteig, mit dem MTB im wunderschönen Wald herumfahren – so lange man will und kann. Und die berühmten Städte Weimar, Erfurt,…anschauen. Diese Gegend lohnt sich in vielerlei Hinsicht.

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Michael Hoerth





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