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„Aida und Alpino“ in 19 Stunden

Manchmal kommen Dinge zusammen die nicht passen oder eben doch. Als ich vor Monaten die Karten für die Aida auf der Seebühne für den 24.07. gebucht habe, war der „swissalpine“ am 25.07. noch nicht im Bewusstsein. Nach einem guten Wintertraining und dem erfolgreichen Zürich-Marathon wollte ich die Fitness für einen Bergmarathon in den Sommer mitnehmen. Ich hatte mir einen nochmaligen Start beim Graubünden-Marathon in der Lenzerheide und bei schlechtem Wetter als Ersatz eine Woche später am Arlberg ausgesucht. Trotz nicht gerade gutem Wetter und einer Muskelverhärtung zwei Wochen vor dem Lauf bin ich dann in Chur an den Start gegangen. Die Wadenprobleme waren zwar nur noch gering vorhanden, doch zum Glück war ich während dem Lauf einsichtig genug, mich für die kürzere Variante von 31 km (20 miles) zu entscheiden, im Hinterkopf dass es ja Ende Juli noch den „swissalpine“ und Ende August den Ferwallmarsch in Galtür gibt.

Nachdem die Wetterprognosen letzte Woche für den „swissalpine“ ganz gut waren und ich irgendwie mit mir nicht zufrieden war, habe ich mich am Mittwoch kurzfristig für meinen dritten Bergmarathon, den K42 von Bergün nach Davos angemeldet, obwohl ich für den Freitagabend bereits Karten für die Aida hatte. Der Start am Samstag war erst auf 11.30 h angesetzt, es konnte also passen. Dann lief das Programm ab:

Freitagabend 21.30 bis 23.30 Aida mit einer grandiosen Bühnenschau und einer beeindruckenden Aufführung, die mit einem wolkenbruchartigen Regenguss im Finale zur Krönung endete. Danach eine Stunde Heimfahrt, 4 h Schlaf, 1 h Frühstück und zum Bahnhof, 4 Stunden Bahnfahrt (im Startgeld enthalten - sehr lobenswert) mit 5x Umsteigen – im Ohr nun Amy Winehouse . Schlafen im Zug gestaltete sich schwierig, doch zum Glück war in Chur Endstation und der Schaffner hat mich freundlich aufgefordert das leere Abteil zu verlassen. Nach einem Cappucio folgte eine herrlichen Fahrt über Thusis, Filisur hinauf nach Bergün. Dann 2 h für Startnummer, Toilette und sonstiger Vorbereitung. Das Wetter wurde immer besser, und als die Spitzengruppe des K 78 Marathon Bergün passierte, kam auch die Sonne hervor.

Mit dem Start in dem beschaulichen Bergdorf auf 1340 Höhe ging die show weiter. Vom Start entlang eines Berghanges und auch später oben in den Berghängen wurden wir vom Heli des Schweizer Fernsehen auf gleicher Höhe begleitet, so muss es bei der Tour de France sein! Und dann war es wirklich perfekt, mit Sonne und gleichzeitigen Regenschauer bei ca. 10-12 Grad ging es das Tal hinauf nach Chants (1900) und dem ersten steilen Anstieg zur Keschhütte auf 2632 m. Nachdem ich schon über die 63 min nach 10 km in Chants erstaunt war erreichte ich die Keschhütte - in einer beeindruckenden Landschaft unterhalb des Gletschers - bereits nach 2 h 5 min und in bester Laune. Keine Probleme hatte ich mit der Höhe, war ich doch seit der Lenzerheide nicht mehr in den Bergen und mir diesbezüglich etwas unsicher. Der komplette Lauf ist kurz nach dem Start nur noch oberhalb der 1500 m, davon ca. 16 km über 2000 Meter.

Nach der Keschhütte geht es hinunter in das Hochtal Funtauna zur Alp auf 2196. Die gedachte Erholung wurde leider durch Felsblöcke und sumpfige Wiesen und damit verbundenen nassen Schuhen beeinträchtigt. Zudem zogen Wolken auf und es wurde empfindlich kalt, die Temperatur dürfte bei 3-4°C gewesen sein, zwischendurch gab es kurze Schauer mit vereisten Regentropfen.

Die Verpflegung und der gesamte Service war wirklich professionell, oben in regelmäßigen Abständen warme Boullion, warmes Wasser, Kuchen etc. und Wärmefolien (hatte eine Jacke dabei), unten im Tal kaltes Wasser, Cola etc. sowie Schwämme.

Der letzte Aufstieg zum Scalettapass (2600 m) bei km 24 hatte es nochmals in sich, eisiger Wind blies ins Gesicht. Doch dann ging es nur ! noch bergab das Tal Dischma vor nach Davos. Bergab bedeutet oben Felsplatten und unten immer wieder kleine Anstiege. Aber auch diese Strecke im Tal ist landschaftlich traumhaft schön, nun wieder bei Sonne ständig entlang des Baches vorbei an Almen und später zwischen Lärchenwäldern. Bei km 39 dann unverhofft nochmals 50 Meter Anstieg, die sich wie 200 fühlen. Nun auf schönen Waldwegen hört man bereits den Jubel im Stadion von Davos. Eine prächtige Stimmung erwartet mich beim Einlauf in das Stadion und 100 Meter nach dem Ziel zwei Erdinger Weizen, natürlich alkoholfrei!

Gerade noch rechtzeitig zur Siegerehrung bin ich nach 5.21.13 eingelaufen, Gesamtplatz 372 und Platz 42 in der AK – war sehr zufrieden mit mir und habe dafür ein wirklich schön gestaltetes Finisher-Shirt erhalten.

Die Veranstalter sind konsequent - wie gesagt - im Tale kaltes (Berg-)Wasser - auch in der Dusche, wofür sie sich auf der homepage bereits entschuldigt haben. Aber insgesamt wirklich zwei perfekt organisierte Veranstaltungen. Danach ging es mit der Bahn und zwei beeindruckenden Erlebnissen innerhalb von 19 Stunden zurück an den See. Im nächsten Jahr am 31.07. wird der 25. „swissalpine“ gefeiert, ein Termin den man sich vormerken kann.

Ergänzung / Christian Harsch: Ina Weller lief im Rahmen der Swiss Alpine Läufe den K21. Viel schneller als im Vorjahr bewältigte sie die 21 km in 02:10 h und wurde 15. in der AK45W.

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Werner Bäuerle





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